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Leni Wissen: Die sozialpsychische Matrix des bürgerlichen Subjekts in der Krise [de, pt]


Translation [pt]: A matriz psicossocial do sujeito burguês na crise

Erscheint in EXIT! Nr. 14

Leni Wissen

Die sozialpsychische Matrix des bürgerlichen Subjekts in der Krise

Eine Lesart der Freud’schen Psychoanalyse aus wert-abspaltungskritischer Sicht

Einleitung

Dieser Artikel speist sich aus zwei Motivationen. Zunächst geht es darum, die ‚sozialpsychische Matrix‘ des bürgerlichen Subjekts anhand einer aus wert-abspaltungs-kritischer Sicht entwickelten Lesart der Freud’schen Psychoanalyse zu bestimmen. Hintergrund dieses Unterfangens ist die Einsicht, dass die kapitalistische Gesellschaft zwar von der objektiven Dynamik der Wert-Abspaltungs-Form getragen ist, sich aber daraus aufgrund des dialektischen Verhältnisses von Wert und Abspaltung kein Determinismus der gesellschaftlichen Verläufe ergibt. Dies bedeutet im Speziellen, dass das Denken, Handeln und Fühlen von Menschen nicht unmittelbar aus der Form der Wert-Abspaltung abgeleitet werden kann – und dennoch ist die kapitalistische Veranstaltung getragen von Menschen, die in ihrem Denken, Handeln und Fühlen die abstrakten Kategorien der Wert-Abspaltung ganz alltäglich reproduzieren, ohne dass ihnen dies bewusst wäre. Es stellt sich also die Frage, wie die abstrakten Kategorien bis in das Fühlen, Denken und Handeln von Menschen hinein verinnerlicht werden, oder anders gefragt, wie das Subjekt überhaupt zum Subjekt wird.

Weil die Form kapitalistischer Vergesellschaftung sich nicht abstrakt, sondern vermittelt mit ihren empirischen Verläufen zeigt, unterliegen auch das Subjekt und seine sozialpsychischen Vermittlungen der Prozesshaftigkeit kapitalistischer Vergesellschaftung. Hieraus speist sich die zweite Motivation des Textes. Denn im Zuge der postmodernen Krisenprozesse hat sich eine neue sozialpsychische Formation des Narzissmus breit gemacht. Im Spiel mit Differenzen und im Fahrwasser des Dekonstruktivismus konnte sich ein narzisstischer Sozialtypus prächtig entwickeln. Das ständige Basteln an der eigenen Identität wurde zur Tugend – ja geradezu zu einem Beweis für die eigene Flexibilität. Das ständige Neu-Entwerfen des eigenen Lebens war dabei Ausdruck eines narzisstischen Sozialcharakters. Mittlerweile ist klar, dass die Ausbreitung des narzisstischen Sozialtyps bei weitem nicht so harmlos ist, wie es im bunten (Maskaraden-)Treiben der Postmoderne seit den 1980/90er Jahren vielleicht noch erscheinen konnte. Die Kriseneinbrüche seit den späten 2000er Jahren haben die Illusion einer nicht enden wollenden Party zerstört, und die Krisenrealität bricht immer drastischer hervor. Diese Konstellation trifft auf einen narzisstischen Sozialcharakter, der aufgrund seines fragilen Ichs sehr kränkungs- und bedrohungsanfällig ist. Dem narzisstischen Sozialcharakter ist es dabei inhärent, dass er von der einen Position zur anderen unmittelbar übergehen kann – vor allem dann, wenn er sich bedroht sieht. Damit aber ist ein narzisstischer Sozialtypus, dem immer mehr Möglichkeiten, sein fragiles Ich am Leben zu halten, wegbrechen, sehr anfällig dafür, seine narzisstischen Ohnmachtsängste in ‚neue‘ Eindeutigkeiten zu bannen. Und gerade dies ist eine Einfalltür für Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus, Antifeminismus, Neofaschismus, etc.. Nicht zuletzt aus diesem Grund bedarf es einer Kritik des narzisstischen Sozialcharakters vor dem Hintergrund einer radikalen Subjektkritik.

Finale Krise und deren Verdrängung

Die Auswirkungen der postmodernen Krisentendenz sind längst nicht mehr nur in der sogenannten ‚Peripherie‘ zu beobachten, sondern zeigen sich mehr als deutlich auch in den Zentren. Symptome des weltweiten Krisenprozesses sind hierzulande Arbeitslosigkeit bzw. die Ausbreitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse, die Aushöhlung des Sozialstaats und die mit diesen Prozessen verbundene ‚Rückkehr der Armut‘, die ohnehin nur in einem kleinen Teil der kapitalistischen Geschichte – und auch nur für einen kleinen Teil der Weltbevölkerung – als überwunden imaginiert werden konnte, und nun auch die Konfrontation mit den Flüchtlingsdramen und Amokläufen vor der Haustür. Trotz der weltweit und auf den verschiedensten Ebenen sich mehr als deutlich zeigenden Krisenphänomene scheint dabei die Möglichkeit einer ‚finalen Krise‘ des Kapitalismus kategorisch ausgeschlossen zu werden – diese Möglichkeit wird verleugnet und verdrängt. So ist die absurde Situation entstanden, dass trotz der überall zu verzeichnenden Katastrophen und enger werdenden Spielräume radikale Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft mehr als randständig – ja sogar heftigsten Anfeindungen ausgesetzt ist.

In Bezug auf die Wahrnehmung der Krisenprozesse und den Umgang mit ihnen finden sich dabei erschreckende Ähnlichkeiten zwischen dem linken Spektrum – von ‚Links‘-Partei bis hin zu sich selbst als äußerst radikal verstehenden Gruppierungen/Bündnissen etc. – und der ‚Mainstreamgesellschaft‘ oder gar rechten bzw. neofaschistischen Stimmen. Es ist zu sehen, wie das unmittelbare Agieren die Frage nach einer Analyse der Krisenverhältnisse bzw. ein Verständnis für das, was real geschieht, aggressiv verdrängt und jede Frage nach einem Inhalt in den Hintergrund drängt. Das heißt, es wird nicht gefragt, worum es in der Sache geht – von einer Analyse des Zusammenhangs mit der gesellschaftlichen Totalität ganz zu schweigen. Dabei ist es gerade Ausdruck der gesamtgesellschaftlich betriebenen Verdrängung des Realwerdens der ‚inneren Schranke des Kapitals‘, dass sich das unmittelbare Agieren im Verbund mit der Eliminierung aller Inhaltlichkeit nicht nur in Bezug auf die Wahrnehmung und den Umgang mit den benannten Krisenprozessen beschränkt, sondern sich darüber hinaus bis in alle Poren des gesellschaftlichen Lebens zeigt. Es scheint fast egal zu sein, um was es geht. Tritt ein Problem auf, muss darauf unmittelbar reagiert werden, ohne dass ein Moment des Innehaltens und Reflektierens das Agieren irritieren könnte. Für komplexe Problemlagen müssen sofort Schuldige bzw. Verantwortliche identifiziert werden. Damit ist ein komplexes Problem handhabbar geworden. Es kann scheinbar durch unmittelbares Handeln gegenüber den Schuldigen aus der Welt geschafft werden. Statt der Einsicht, dass es in der Wert-Abspaltungs-Form keine Lösungen geben kann, wird versucht, die entstehende Ohnmacht handlungsfetischistisch zu bannen. Auch dies sind Hinweise darauf, warum sich Pegida, AFD etc. schnell ausbreiten konnten: bieten sie doch einfache Erklärungen und Lösungen, die es sogar noch erlauben, rassistische, antimuslimische, antisemitische etc. Affekte loszuwerden (siehe hierzu auch den Text von Daniel Späth in dieser Ausgabe).

Diese aggressive Verdrängung inhaltlicher Fragen tritt stets im Verbund mit einem ebenso aggressiven ‚Nettigkeitsterrorismus‘ – einem Begriff von Daniel Späth – auf. So scheint es geradezu eine Harmoniesucht zu geben, die alle Ambivalenzen und Widersprüchlichkeiten einzuebnen droht. Der allgemeine Betroffenheitskult scheint diese Tendenz weiter anzufeuern. Inhalte können nur noch unter unmittelbarem Bezug auf das eigene Selbst wahrgenommen und verarbeitet werden: passen sie ins eigene ‚Selbst‘-Konzept, kommt es zu unmittelbaren Identifizierungen, passen sie nicht, werden sie vernichtet, und, wenn sie nicht verstanden werden, muss dies entweder am Vermittler liegen, denn das eigene gigantische Selbst versteht schließlich alles und sofort – oder aber der Inhalt wird als Zumutung, Beleidigung oder gar als Kränkung erlebt, was erst recht ein entsprechendes Licht auf den Vermittler wirft. Und da man ja ‚nett‘ zueinander ist, war es überhaupt nicht ‚nett‘, einen so komplexen Gedanken überhaupt zu äußern und eventuell wird er gar als ein persönlicher ‚Übergriff‘ gewertet. In diesem Prozess sind dann alle inhaltlichen Fragen zu persönlichen Angelegenheiten geworden.

Es ist nun erklärungsbedürftig, warum sich gerade unmittelbares Agieren, Betroffenheitskult, Harmoniesucht etc. so flächendeckend als Reaktions- und Umgangsweise mit real immer komplexer und aussichtsloser werdenden Lebensverhältnissen durchgesetzt haben. Diese Frage wirft ein Licht darauf, warum es radikale Gesellschaftskritik, die auf die innere Schranke der Wert-Abspaltungs-Vergesellschaftung reflektiert, so schwer hat; denn es deutet sich bereits in den umrissenen Phänomenen an, dass es eine ‚Grenze der Vermittlung‘ gibt, die gewissermaßen in den Subjekten selbst liegt.

Das postmoderne Subjekt ist vor allem Krisensubjekt, das einem Prozess unterliegt, in dem die Grundlagen bürgerlicher Subjektivität unentwegt ausgehöhlt werden. Vereinfacht ausgedrückt: Es geht um das Arbeitssubjekt, dem die Arbeit ausgeht. Dies muss verarbeitet werden. Die Art dieser Verarbeitung ist trotz aller individuellen Unterschiede nicht einfach frei wählbar, insofern dieser Prozess maßgeblich durch die sozialpsychische Matrix des kapitalistischen Subjekts strukturiert ist.

Postmoderne Krisenprozesse und die Entstehung eines narzisstischen Sozialtypus

  • Auch wenn der Begriff der Postmoderne bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts auftaucht, ist mit diesem Begriff ein epochaler Bruch innerhalb der Binnengeschichte des Kapitalismus angedeutet, der mit den neoliberalen Reformen gesellschaftlich zum Durchbruch gekommen ist. Robert Kurz sieht in der Postmoderne das „Ensemble eines Krisenkapitalismus, der sich selbst als postindustriell mißversteht“ (Kurz 1999, 7).
  • Durch die dritte industrielle Revolution wurde die größte Weltkrise seit 1929 heraufbeschworen: In den kapitalistischen Kernländern kehrte die Massenarbeitslosigkeit zurück und in der Peripherie ist „zusammen mit der ‚abstrakten Arbeit‘ auch die Geldwirtschaft in vielen Ländern bereits zusammengebrochen“ – so schreibt Robert Kurz bereits im Jahr 1999 (Kurz 2005, zuerst: 1999, 739). Hiermit ist also lediglich der Beginn der einsetzenden postmodernen Krisenentwicklungen beschrieben. Längst hat der Zusammenbruch der Geldwirtschaft verbunden mit dem Zusammenbruch von Staatlichkeit auch europäische Staaten erreicht. Die Krisenherde auf der ganzen Welt sind kaum noch zählbar…
  • Die Flucht des Finanzkapitals in das ‚Reich der Spekulationen‘ – eine Entwicklung, die schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts deutliches Krisenanzeichen war – ist ein Hinweis darauf, wie unrentabel reale Investitionen geworden sind. Die Kapitalakkumulation verlagert sich von realen in spekulative Räume und wird so zur Simulation. Die Fragilität dieser simulierten Kapitalakkumulation wird immer wieder deutlich, wenn die Blasen zu platzen beginnen und plötzlich aus dem Finanzhimmel ganz reale Katastrophen herausbrechen.
  • Auch die Prozesse der Globalisierung konnten dabei die in sich widersprüchliche Dynamik der kapitalistischen Produktionsweise nicht kompensieren. Dennoch wirkte sich die Globalisierung auf das gesellschaftliche Leben aus: mit den neuen Technologien und v.a. dem Internet sind neue Vernetzungsmöglichkeiten entstanden, die weniger an regionale Zusammenhänge gebunden sind.
  • Angesichts der in den 1970er Jahren massiv wachsenden Arbeitslosigkeit setzte ein Prozess des Sozialabbaus ein, der u.a. der Ausbreitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse zuarbeitete und hierzulande schlussendlich seinen vorläufigen Höhepunkt in den sogenannten ‚Hartz-Reformen‘ fand.
  • Parallel zu diesen Entwicklungen setzte seit den 1980er Jahren ein gesellschaftlicher Prozess ein, der unter dem Begriff der Individualisierung in die soziologische Fachliteratur eingegangen ist. Dieser Prozess ist im Kontext der veränderten Arbeitsbedingungen und -anforderungen zu sehen. Mit Arbeitslosigkeit bzw. der Ausbreitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse brach die Grundlage der bürgerlichen ‚Normalbiographie‘ weg: eine Ausbildung garantiert schon lange nicht mehr ein festes Arbeitsverhältnis. Die neuen ‚Freiheiten‘, die immer wieder mit dem Begriff Individualisierung in Zusammenhang gebracht wurden, z.B. weniger abhängig von der Herkunftsfamilie und festgelegten Biographien zu sein, haben den Preis, dass auch Sicherheiten und Orientierungen weggebrochen sind. Dem Einzelnen wird immer mehr Verantwortung für das Gelingen seiner Biographie zugemutet. Dies bedeutet wiederum für die Einzelnen, dass es an ihnen liegt, sich für den Arbeitsmarkt bereit, fit und gesund zu halten. Nicht mithalten können ist Ausdruck einer schlechten Work-Life-Balance und kein Problem objektiver Zwangslagen. Die Verschiebung der Verantwortung hin zu den Einzelnen erzwingt eine ‚Ich-Zentrierung‘ – ist diese doch Voraussetzung, um überhaupt unter immer individualisierter und flexibilisierter werdenden Bedingungen mithalten zu können.
  • Von den gerade umrissenen Prozessen (unsichere, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Individualisierung, Flexibilisierung) konnte auch die bürgerliche Kleinfamilie nicht unbehelligt bleiben. Sie ist enormen Auflösungsprozessen ausgesetzt. Hohe Scheidungsraten, das weitverbreitete Phänomen der ‚alleinerziehenden Mütter‘ und sogenannte ‚Patch-Work-Familien‘ sind Ausdruck dieses Prozesses. Die Familie hat in Bezug auf die Sozialisation von Kindern und Jugendlichen an Bedeutung verloren, ohne aber als Instanz verschwunden zu sein. Peergruppe, die Omnipräsenz von Medien und auch technische Geräte wie Smartphone u.ä., die die neue Form des Bezugs zur Umwelt gestalten, haben die Rolle der Kernfamilie zurückgedrängt.
  • Hinzu kommt, dass sich Familienstrukturen auch von innen heraus auflösen: Das Eingehen fester Beziehungen und damit einhergehender Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten scheint auf breiter Ebene als Bedrohung wahrgenommen zu werden. So wird von ‚Lebensabschnittsgefährten‘ gesprochen, um schon im Vorhinein die nur auf Zeit eingegangene Verbindung klarzustellen. Kinder zu bekommen ist zu einer Frage der Komplementierung der eigenen Biographie geworden: passt ein Kind ins Lebenskonzept, wird es zu einem genau geplanten Zeitpunkt in die Welt gesetzt. Entsprechen Kinder nicht den eigenen narzisstischen Erwartungen, ist das Geschrei groß und das Kind wird vom Arzt über den Therapeuten bis hin zur Psychiatrie geschleift, um mit der Diagnose ‚Störung des Sozialverhaltens‘ und/oder ‚ADHS‘ belegt und medikamentösruhig gestellt zu werden.
  • Das fast allgemein zu bezeichnende Unvermögen, mit anderen verpflichtend in Kontakt zu treten, deutet bereits auf narzisstische Charakterstrukturen hin. Es lässt sich an allen Ecken und Enden beobachten, wie Menschen die Welt ausschließlich in Bezug auf ihr eigenes Selbst wahrnehmen und verarbeiten können. Das deutet darauf hin, dass zwischen innen und außen nicht klar unterschieden werden kann. So kann jedes Objekt (ein anderer Mensch oder auch Inhalt u.a.) zu einer unmittelbaren Bedrohung für das eigene leicht kränkbare ‚narzisstische Selbst‘ werden.
  • Es ist nicht zufällig, dass der Begriff des ‚Selbst‘ schon öfter gefallen ist. Zu diesem Begriff gibt es eine Geschichte: So waren es die Ich- und Selbstpsychologie, die aus Freuds konflikthaft gedachtem Ich ein idealistisch konstruiertes Selbst machten, das dann simpel positivistisch als gesetzt gilt. Es gibt in der Ich- und Selbstpsychologie kein ‚Ich, das sich (konflikthaft) entwickelt‘. Vielmehr ist das Ich bzw. Selbst schon immer da, und es kommt lediglich darauf an, die Selbstentfaltungspotentiale, die dem vom himmelgefallenen Selbst von Geburt an innewohnen, abzurufen. Wer also in der Arbeitsgesellschaft nicht mithalten kann, hat nur einfach noch keine Möglichkeit gefunden, seine Selbstentfaltungskräfte zu aktivieren.
  • Die postmodernen Forderungen, ständig ‚an sich selbst zu arbeiten‘ und ‚sich selbst‘ zu optimieren, lassen kaum einen Lebensbereich aus: Das postmoderne Subjekt soll stets flexibel, leistungsbereit und fit sein – sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene. Ulrich Bröckling hat in seinem Buch ‚Das unternehmerische Selbst‘ darauf verwiesen, dass Selbstoptimierung ein unabschließbarer Prozess ist, der wenig Chancen auf Erfolg hat (vgl. Bröckling 20013/zuerst: 2007)
  • Ausdruck dafür ist die ‚Karriere der Depression‘. Alain Ehrenberg schreibt: „Die Karriere der Depression beginnt in dem Augenblick, in dem das disziplinarische Modell der Verhaltenssteuerung, das autoritär und verbietend den sozialen Klassen und den beiden Geschlechtern ihre Rolle zuwies, zugunsten einer Norm aufgegeben wird, die jeden zu persönlicher Initiative auffordert: ihn dazu verpflichtet, er selbst zu werden“ (Ehrenberg 2008, 14f). Die Depression ist somit eine „Krankheit der Verantwortlichkeit, in der ein Gefühl der Minderwertigkeit vorherrscht“ (ebd., 15. Hervorh. i. Orig.)
  • Mit dem Erstarken der Depression sind bereits Markierungen gesetzt, die die Richtung für eine Veränderung auf der Ebene des Sozialcharakters angesichts der postmodernen Krisenprozesse angeben. Auf pathologischer Ebene drückt sich die Verschiebung hin zum narzisstischen Sozialtypus in einer Verschiebung von neurotischen hin zu depressiven Erkrankungen aus. So schreibt Ehrenberg: „Die Depression zeigt uns die aktuelle Erfahrung der Person, denn sie ist die Krankheit einer Gesellschaft, deren Verhaltensnormen nicht mehr auf Schuld und Disziplin gründet, sondern auf Verantwortung und Initiative. […] Der Depressive ist ein Mensch mit einem Defekt“ (ebd., 20).
  • Die Überforderungen, die mit den auf Schuld und Disziplin beruhenden Verhaltensnormen einhergingen, brachen sich in der Neurose als Ausdruck eines zugrundeliegenden Konflikts zwischen Begehren und Verdrängung Bahn. Die Depression hingegen ist nicht durch einen Konflikt gekennzeichnet, sondern Ausdruck der narzisstischen Unfähigkeit, mit der Welt der Objekte in Kontakt zu treten – psychoanalytisch gesprochen ist die Depression Ausdruck einer Unfähigkeit, Objekte libidinös zu besetzen. Ein Objekt kann aber nur libidinös besetzt werden, wenn es als ein Objekt außerhalb des narzisstischen Universums wahrgenommen werden kann.
  • Für Freud war die Melancholie, die in ihrer Symptomatik eine gewisse Ähnlichkeit mit der Depression hat, gewissermaßen eine klinische (also pathologische) Form der Trauer. Die Unterscheidung zwischen Trauer und Melancholie wird in Freuds Antwort auf die Frage, worin die ‚Trauerarbeit‘ besteht, deutlich: „Die Realitätsprüfung hat gezeigt, dass das geliebte Objekt nicht mehr besteht, und erlässt nun die Aufforderung, alle Libido aus ihren Verknüpfungen mit diesem Objekt abzuziehen“ (Freud, GW XIII, 430). Dieser Prozess läuft bewusst. Bei der Melancholie geht es aber um einen ‚unbekannten Verlust‘. Freud schreibt: „Bei der Trauer ist die Welt arm und leer geworden, bei der Melancholie ist es das Ich selbst“ (ebd., 431).
  • Das, was Freud in Bezug auf die Melancholie im Jahre 1917 geschrieben hat, gilt in Bezug auf die Depression allemal. Die Depression ist Ausdruck einer Leere, die die Kehrseite der dauerhaften Überforderung ist, an sich selbst arbeiten und sich optimieren zu müssen.
  • Die ständigen Betroffenheitskundgebungen sind dabei Ausdruck des Unvermögens, das, was ‚betroffen‘ macht, zu benennen – dies zu können, würde voraussetzen, die Welt nicht ausschließlich aus dem eigenen narzisstischen Universum heraus wahrzunehmen und die Welt der Objekte als außerhalb des eigenen Ichs existierende anzuerkennen. Mit dem Unvermögen, die Welt der Objekte als außerhalb des eigenen narzisstischen Universums existierende anzuerkennen, brechen auch die Möglichkeiten von Reflexion weg: Probleme, Belastungen, verwirrende Erfahrungen etc. können nicht mehr benannt, nicht mehr zur Sprache gebracht werden. Alles bleibt diffus, irgendwie geht’s einem halt nicht gut, einem ist alles zu viel, man hat einfach keine Lust mehr, irgendwas zu tun.
  • Eine andere Art der narzisstischen Verarbeitung ist in seiner Extremform der Amok. Hier agiert sich ein narzisstischer Größenwahn aus, der seine Selbstsetzung über seine Selbstvernichtung und die Vernichtung anderer vollzieht.

Wert-Abspaltungs-Kritik und Psychoanalyse

Dieses Totalitätsverständnis resultiert aus der Einsicht, dass die kapitalistisch-patriarchale Veranstaltung bis in alle gesellschaftlichen Sphären hineinwirkt – und damit auch bis in die Triebstruktur hinein, die durch ein ‚gesellschaftliches Unbewusstes‘ getragen, angetrieben und reproduziert wird. Um die Frage zu klären, warum Menschen in ihrem alltäglichen Handeln, Fühlen und Denken die kapitalistischen Formprinzipien reproduzieren, bedarf es somit der Klärung verschiedener Ebenen: der Formebene, der Ebene des Subjekts als Handlungsträger des warenproduzierenden Patriarchats, der ideologischen, der kulturell-symbolischen und sozialpsychologischen Ebene. Dabei müssen all diese Ebenen immer wieder in Bezug auf die aktuellen Erscheinungen und Entwicklungen – also auf die ‚konkrete Totalität‘ hin, die versucht, dem Einzelnen stattzugeben, ohne dabei den Bezug zur Totalität zu verlieren–befragt werden.

Die Psychoanalyse ist dabei für die Klärung der sozialpsychologischen Ebene (und mit Einschränkung auch für die kulturell-symbolische Ebene) unverzichtbar. Denn sie fokussiert auf die Prozesse der Vermittlung zwischen Gesellschaft und Individuum und stellt die Frage nach der Subjektgenese. Sie ist allerdings kein widerspruchsfreier Gegenstand – weder in Bezug auf die Freud’sche Psychoanalyse selbst noch in Bezug auf deren Rezeptionsgeschichte. Festzuhalten gilt hier, dass insgesamt eine Zähmung psychoanalytischen Denkens stattgefunden hat, die sich in der Verdrängung des Triebbegriffs aus der innerpsychoanalytischen Debatte zeigt: Aus Freuds konflikthaftem ‚Ich‘ wurde im Umfeld einer entsprechenden Ich- bzw. Selbst-Psychologie ein widerspruchsfreies ‚Ich‘, das keinen Triebkonflikt mehr kennt. Die ‚Entlibidinisierung‘ der Psychoanalyse entspricht dabei den gesellschaftlichen Entwicklungen einer allgemeinen Psychologisierung und Individualisierung gesellschaftlicher Zusammenhänge und einer Zentrierung auf ein konfliktfrei gedachtes ‚Selbst‘ oder ‚Ich‘.

Aus wert-abspaltungs-kritischer Sicht wäre nun aber genau die verbannte Libidotheorie fruchtbar zu machen. Mit Hilfe von Freuds Metapsychologie, die selbst nicht widerspruchsfrei ist und freilich auch einer kritischen Prüfung unterzogen werden muss, ist es möglich, die sozialpsychologische Matrix des Subjekts zu beschreiben. Ich, Es und Über-Ich sind dieser Lesart folgend die zentralen Instanzen, die die psychische Form des Subjekts prägen. Zugleich sind sie Ausdruck zugrundeliegender Triebdynamiken und -konflikte.

Die Freud’sche Libidotheorie aus wert-abspaltungs-kritischer Sicht

  • Die Entstehung des Manufaktur- bzw. Fabrikwesens als Resultat des absolutistischen Geldhungers in Folge der Kriegsführungskosten, wobei hier die Entwicklung der Feuerwaffen für das Hochschnellen der Kosten mitverantwortlich gewesen sein dürfte.
  • Das Einprügeln des Arbeitsethos in Arbeitshäusern als Voraussetzung für die Fabrikarbeit.
  • Mit der neuentstehenden Produktionsweise war die Sphärentrennung Produktion und Reproduktion verbunden, wobei Frauen dem Bereich der Reproduktion zugeordnet wurden. Diese Zuordnung bildet die Grundlage für die Entstehung der bürgerlichen Kleinfamilie.
  • Begleitet wurden diese Entwicklungen von einer ‚Domestizierung der Frau als Naturwesen‘ (Hexenverfolgung), was wiederum nicht zuletzt darauf verweist, dass ein völlig neues Verhältnis zur Natur entstanden ist (androzentrische Naturbeherrschung).
  • Die Verinnerlichung des ‚Arbeitsethos‘ und das Aufkommen entsprechender Ideologeme, die schlussendlich in der Aufklärungsphilosophie gipfelten.

Diese Lesart von Freuds Psychoanalyse ist zudem nur vor dem Hintergrund einer radikalen Aufklärungs- und Subjektkritik möglich – dies bedeutet auch, dass Freuds Subjektbegriff in seiner Aufklärungsaffirmation kritisiert werden muss. Denn die Aufklärung muss als „‚Durchsetzungsideologie‘ des warenproduzierenden Systems“ (Kurz 2004, 18) begriffen werden. Die Aufklärung hat das moderne Subjekt hervorgebracht und gleichzeitig alle im Kapitalismus lebenden Menschen mit diesem Subjekt gleichgesetzt (vgl. ebd.). Das Subjekt als „moderne[r] Handlungsträger der abstrakten Arbeit und ihrer abgeleiteten Funktionen“ ist nichts anderes als die „gesellschaftliche Form des Handelns an den Individuen selbst: Wahrnehmungsform, Denkform, Beziehungsform, Tätigkeitsform“ (Kurz 2004a, 210). Das Subjekt ist also nicht mit dem sozial-sinnlichen Individuum identisch, sondern „der bewusste (individuelle wie institutionelle) Träger der subjektlosen Verwertungsbewegung“ (Kurz 2004, 57).

Für die Kritik der sozialpsychischen Form des Subjekts bedeutet dies, dass auch hier zwischen Subjekt und Individuum zu unterscheiden ist. Denn das sozial-sinnliche Individuum ist zwar mit der sozialpsychischen Matrix des bürgerlichen Subjekts konfrontiert, geht aber nicht in dieser auf. Die sozialpsychische Matrix gibt gewissermaßen die psychische Form vor, in der die psychische Vermittlung stattfindet.

Die sozialpsychologische Ebene kann dabei jedoch nicht aus dem Subjektbegriff abgeleitet werden. Dies verbietet sich zum einen vor dem Hintergrund einer Kritik an ableitungslogischem Denken. Zum anderen ist die psychische Form dem Subjekt in gewisser Weise aber auch vorgängig, insofern sie die Voraussetzung ist, um Subjekt zu werden. Im Blick sind die Prozesse der Subjektgenese bzw. der Reproduktion des Subjekts als ‚Handlungsträger‘ der kapitalistisch-patriarchalen Veranstaltung. Und dies gilt sowohl auf ‚individueller Ebene‘ (also in Bezug auf die Frage, warum Menschen immer wieder die Subjektposition ausbilden und in ihrem Denken, Handeln und Fühlen reproduzieren) als auch auf der Ebene der Entstehung der psychischen Form selbst. Letztere ist wie oben bereits angedeutet im Kontext der Durchsetzung des modernen Patriachats entstanden. Getragen bzw. reproduziert wird die sozialpsychische Matrix des Subjekts dabei nicht zuletzt von einem ‚gesellschaftlich Unbewussten‘, das ebenfalls Resultat der real geforderten Triebunterdrückung ist (s.o.) und sich in jedem Prozess der ‚Subjektwerdung‘ reproduziert.

Geschlechterdifferente Verläufe der psychosozialen Entwicklung

Freud konzipierte seinen Ödipuskomplex dabei natürlich ohne Berücksichtigung der Wert-Abspaltungs-Struktur. Dennoch hat Freud einen Blick für die geschlechterdifferente psychosexuelle Entwicklung. So beschreibt er entlang des Ödipuskomplexes ‚männliche‘ und ‚weibliche‘ Libidoschicksale.

Bevor ich auf die geschlechterdifferenten Verläufe der psychischen Entwicklung eingehe, möchte ich anmerken, dass, wenn ich im Folgenden von ‚Männlichkeit‘ und ‚Weiblichkeit‘ spreche, es keinesfalls darum geht, diese Begriffe zu ontologisieren, sondern darum, die zutiefst zweigeschlechtlich geprägte bzw. auf der Abspaltung des Weiblichen beruhende sozialpsychische Matrix des Subjekts in den Blick zu nehmen. Innerhalb der sozialpsychischen Matrix sind Weiblichkeit und Männlichkeit Markierungen, an denen die psychosexuelle Entwicklung nicht vorbeikommt, und somit müssen sie auch auf den Begriff gebracht werden. Mit dem modernen Zweigeschlechtermodell wurden/werden Frauen wie Männer dazu gezwungen, geschlechtliche Identitäten in den Verlaufsformen ‚männlich‘ und ‚weiblich‘ auszubilden, wobei Weiblichkeit von vornherein abgewertet ist. Weiblichkeit ist das Fehlen des Phallus, der Mangel schlechthin. Diese ‚Leerstelle‘, die Weiblichkeit dann hinterlässt, ist gut geeignet, um männliche Projektionen aufzunehmen. Dass ‚Weiblichkeit‘ als Projektionsfläche – und zwar in den bekannten Projektionsrichtungen Mutter/Ehefrau und Hure – herhalten muss, ist Ausdruck der Wert-Abspaltungs-Struktur. Diese männlichen Projektionen sind zunächst Ausdruck davon, dass die Abspaltung des Weiblichen der Konstitution des (männlichen) Subjekts vorausgeht. Sie zeigen aber auch, dass die Abspaltung des Weiblichen nicht ein einmal vollzogener Akt ist, sondern auf ständige Wiederholung drängt. Insofern ist ‚Weiblichkeit‘ nicht zufällig ein ‚dunkler Kontinent‘ und soll/muss es auch bleiben.

Dies hat Folgen für die weibliche psychosexuelle Entwicklung und deren Analyse. So muss ‚Weiblichkeit‘ den Anforderungen von männlicher Seite entsprechen und darf nichts ‚Eigenes‘ außerhalb des ‚männlichen‘ Einzugsgebiets sein. In diesem Sinne ist es schon fast absurd, überhaupt von einer ‚weiblichen psychischen Form‘ zu sprechen, besteht diese Form doch v.a. darin, ‚formlos‘ sein zu müssen. Dies spiegelt sich auch in dem ‚weiblichen‘ Libidoschicksal wider, wie es Freud beschrieb: Im männlichen Verlauf gibt das männliche Kind unter der vom Vater ausgehenden Drohung der Kastration das Begehren, das es auf die Mutter richtet, auf, um sich dem väterlichen Gesetz durch Identifikation zu beugen. Im günstigsten Fall führt diese Entwicklung zum ‚Untergang des Ödipuskomplexes‘ (vgl. Freud, GW XIII, 395–402). Im Gegensatz hierzu läuft das weibliche Kind, das die Kastration – weil schon vollzogen – nicht fürchten muss, in den Ödipuskomplex ein „wie in einen Hafen“ (Freud, GW XV, 138). Hintergrund dieser Bewegung ist die Entdeckung des Geschlechtsunterschieds. Die Enttäuschung über den ‚eigenen Mangel‘ wird der Mutter angelastet und dies ermöglicht die Hinwendung zum Vater. Von diesem erhofft sich das Mädchen ein (männliches) Kind, um den Penisneid zu kompensieren und sich narzisstisch zu restituieren. Für das weibliche Libidoschicksal ist somit das Fehlen des Phallus bzw. diese Entdeckung maßgeblich. Hintergrund dieser Entwicklung ist ein ‚phallozentrisch-androzentrisches Unbewusstes‘, das sich in den geschlechterdifferenten Verläufen immer wieder reproduziert. Somit strukturiert der Phallozentrismus die weibliche ‚formlose‘ psychische Form.

Christa Rhode-Dachser kritisiert zu Recht das ‚patriarchale Fundament‘ der Psychoanalyse. Dabei bezeichnet sie auch „Freuds Theorie der weiblichen Entwicklung“ als „eine Theorie der Nicht-Individuation […], die […] der Anpassung der Frau an die ihr zu jener Zeit zugedachte Geschlechterrolle diente“ (Rhode-Dachser 2003, 5. Hervorh. i. Orig.). Dieser Aussage ist in Teilen zuzustimmen; denn natürlich ist die weibliche psychosexuelle Entwicklung auf die der Frau zugedachte Rolle abgestimmt. Und es stimmt auch, dass Freud das weibliche Libidoschicksal auf affirmative Weise beschreibt. Dennoch ist nicht die Freud’sche Theorie verantwortlich für das weibliche Libidoschicksal, sondern die gesellschaftlichen Verhältnisse der Wert-Abspaltungs-Form sind es. Insofern wäre es auch verfehlt, Freud einfach in die Tonne zu werfen, da seine Theorie androzentrisch angelegt ist. Es kommt vielmehr darauf an, Freud einer feministischen Kritik zu unterziehen und vor diesem Hintergrund zu fragen, warum Freud das weibliche Libidoschicksal beschrieb, wie er es beschrieb.

Zudem blitzt bei Rhode-Dachser eine Hypostasierung des Weiblichen auf. Es kann aber nicht darum gehen, eine ‚Weiblichkeit‘ jenseits des Phallozentrismus zu suchen. In ‚Weiblichkeit‘ und ‚Männlichkeit‘ zeigt sich die Wert-Abspaltungs-Struktur selbst. Somit wäre es vollkommen verfehlt, in der ‚Weiblichkeit‘ ein irgendwie ‚Besseres‘, gar ‚Nicht-Identisches‘, zu suchen – hierauf hat auch Roswitha Scholz immer wieder verwiesen. Für eine Kritik am kapitalistischen Geschlechterverhältnis bedeutet dies, dass ‚Männlichkeit‘ und ‚Weiblichkeit‘ als zwei Pole innerhalb der Wert-Abspaltungs-Vergesellschaftung angesehen und als solche kritisiert werden müssen – dabei darf natürlich der hierarchische Status des ‚Männlichen‘ und damit verbunden die Diskriminierung des ‚Weiblichen‘ nicht unterschlagen werden. Im Blick auf ‚Weiblichkeit‘ bedeutet dies, dass zunächst einmal eine Idee davon entwickelt werden müsste, was sich in dem ‚dunklen Kontinent‘ überhaupt versteckt. In diesem Sinne wäre die Frage nach einer psychoanalytischen Theorie der Weiblichkeit neu zu stellen.

Christa Rhode-Dachser steht nicht alleine mit ihrem Versuch, eine feministische Lesart der Psychoanalyse zu entwickeln. Auch andere Autorinnen haben sich mit dieser Fragestellung beschäftigt. Dass es allerdings bei diesen Autorinnen immer wieder zu einer Hypostasierung des ‚Weiblichen‘ kommt, ist sicherlich nicht zufällig. Hier rächt sich, dass sich die feministisch-psychoanalytisch orientierte Theorie zu wenig mit einer Kritik des Subjekts auseinandergesetzt hat. Anstelle der radikalen Infragestellung der Subjektform selbst, wird versucht, eine Weiblichkeitstheorie jenseits des Phallozentrismus zu entwickeln, die es Frauen ermöglicht ‚Subjekt‘ zu sein.

Krisenprozesse und narzisstischer Sozialcharakter

Was sich angesichts der postmodernen Krisenprozesse in Bezug auf die sozialpsychische Form des Subjekts verändert haben könnte, kann an einem Zitat aus dem Buch Die Welt als Wille und Design (Robert Kurz) deutlich werden.

Robert Kurz schreibt: „Soziale Beziehungslosigkeit heißt nichts anderes, als eine Ware auf zwei Beinen zu sein; der ‚expressive Individualismus‘ muss sich auch deswegen aufs Outfit verlegen, weil es hinter den Klamotten nur noch das Gespenst eines Individuums gibt: Nie war Adorno aktueller als in den postmodernen Zeiten der Love Parade, deren Mitläufer wirklich eine grobe Unverschämtheit begehen, wenn sie ‚Ich‘ sagen“ (Kurz 1999, 49).

Dieses Zitat lässt sich vor dem Hintergrund des Freud’schen Ich-Begriffs deuten. Freud schreibt in dem Text ‚Zur Einführung des Narzissmus‘ (1914): „Es ist eine notwendige Annahme, dass eine dem Ich vergleichbare Einheit nicht von Anfang an im Individuum vorhanden ist; das Ich muss entwickelt werden“ (Freud, GW X, 142). Als maßgebliche Antriebskraft der Ichkonstitution benennt Freud den ‚primären Narzissmus‘. Denn dieser – so schreibt Lili Gast als Deutung von Freuds Gedankengang – „leitet einen prozessualen Selbstbezug in der objektalen Selbstwahrnehmung ein, der letzten Endes in der Konstitution von Subjektivität mündet“ (Gast 1992, 52). Sobald das Ich zu einer ersten Konstitution gelangt, ist es ein narzisstisches. In Freuds Ich-Begriff ist der Narzissmus als antreibender Motor fest eingeschrieben. Allerdings sah Freud die Überwindung des primären Narzissmus als zentralen Schritt der Ich-Entwicklung an. In Bezug auf die sozialpsychische Matrix des postmodernen Subjekts ist nun von einer Dominanz eines ‚narzisstischen Ichs‘ als Träger der psychischen Vermittlung auszugehen – einem ‚Ich‘ also, das sich tatsächlich nicht im oben beschriebenen Sinne ‚Ich‘ nennen kann.

Vor dem Hintergrund des Narzissmus erhellt sich dann auch, warum sich ein solcher Unmittelbarkeitswahn, wie ich ihn ober beschrieben habe, dermaßen ausbreiten kann. Denn dieser geht mit einer psychischen Struktur einher, die ebenfalls auf Unmittelbarkeit drängt. Freud beschreibt die ‚Subjekt-Objekt-Einheit‘ des primären Narzissmus als entwicklungsspezifische ‚Realitätsverkennung‘ bzw. ‚-umdeutung‘ (vgl. ebd. 52ff bzw. Freud, GW X, 137ff). Dies bedeutet für die Welt der Objekte, dass diese von der narzisstischen ‚Subjekt-Objekt-Einheit‘ nur unmittelbar einverleibt werden kann bzw. abgewehrt und (psychisch) vernichtet werden muss, wenn sie die narzisstische Integrität bedroht.

In Bezug auf den Entstehungshintergrund und die immanenten Wandlungen der sozial-psychischen Matrix des Subjekts ist davon auszugehen, dass sich verschiedene Ausprägungen überlappen und nebeneinander existieren. So gab es den ‚autoritären Charakter‘ nicht in Reinform, und so gibt es auch heute den ‚postmodern-narzisstischen Sozialcharakter‘ nicht in Reinform. Sozialpsychische Verläufe sind weder auf der Ebene der Beschreibung eines Sozialcharakters noch auf der individuellen Ebene gradlinig zu denken. An diesem Punkt ist einmal mehr die Berücksichtigung der zugrunde liegenden Triebdynamik zentral: denn diese ist mit einer spezifischen Zeitlogik verbunden, in der Vergangenes nicht einfach vergangen und ‚Unbewusstes‘ nicht einfach ‚unbewusst‘ ist. Die Triebdynamik drängt darauf, dass Vergangenes und Unbewusstes hoch gespült werden, wenn es die Gegenwart verlangt oder zulässt. Dies bedeutet banal gesprochen, dass ‚alte‘, eigentlich ‚gelöste‘ Konflikte unter dem Eindruck einer veränderten Realität wieder virulent werden können und nun neue Bahnen der Verarbeitung bzw. Verdrängung nehmen. So ist davon ausgehen, dass der narzisstische Sozialcharakter nicht nur bei den nachwachsenden Generationen zu beobachten ist, sondern auch ältere Generationen von dem narzisstischen Sog nicht verschont bleiben. Dass es gerade die ‚narzisstischen Bahnen‘ sind, die genommen werden, hat mit einer Realität zu tun, die auch aufgrund ihrer Komplexität und Aussichtslosigkeit zu narzisstischen Positionen drängt.

Gerade der postmoderne-narzisstische Typus kann angesichts der allgemeinen Flexibilisierungs- und Individualisierungsprozesse nicht als starre Figur gedacht werden, insofern das postmoderne Subjekt bis zur Selbstvernichtung hin flexibel ist. Dies bedeutet auch, dass der narzisstische Typus von einem Extrem ins nächste vollkommen unvermittelt übergehen kann. Das ‚narzisstische Ich‘ und die entsprechende Vermittlung von Triebprozessen sind in ihrer Unmittelbarkeit äußerst ‚flexibel‘ und anpassungsfähig, was nicht zuletzt in der mangelnden Ausbildung der Objektlibido begründet sein dürfte. Diese ist wiederum Ausdruck eines unmittelbaren (narzisstischen) Zugriffs auf die ‚Welt der Objekte‘.

Daher ist es auch gar nicht verwunderlich, dass sich Ich-, Selbst- und Objektbeziehungspsychologie gegen eine Triebtheorie durchsetzen konnten. Die weitreichende Bereinigung der psychoanalytischen Theorie vom Triebbegriff entspricht den realen Entwicklungen einer Fokussierung auf das eigene narzisstische Selbst. Diese Entwicklungen sind von Ich-, Selbst- und Objektbeziehungstheorien affirmativ aufgenommen – bzw. vorweggenommen – worden, und so können diese Theorien als Anpassungstheorien an die postmodernen Zumutungen interpretiert werden. Dies zeigt sich beispielsweise auch darin, dass diese Theorien – ob nun intendiert oder nicht – Eingang in die ‚neue Managementliteratur‘ gefunden haben und somit auch Teil des geistesgeschichtlichen Hintergrunds des ‚unternehmerischen Selbst‘ (vgl. Bröckling 2008) sind.

Die Bereinigung der psychoanalytischen Theorie vom Libidobegriff im Kontext von Ich-, Selbst- und Objektbeziehungspsychologie heißt dabei aber keinesfalls, dass mit der Entledigung des Begriffs die Sache selbst verschwunden wäre. Der ‚Trieb‘ bzw. die von ihm in Gang gesetzte Dynamik verschwindet nicht, es brechen vielmehr die Bedingungen für eine im bürgerlichen Sinne ‚gelingende‘ Sublimierung weg. Dies bedeutet, dass sich die Triebdynamik selbst qualitativ verändern musste und die Prozesse einer (im bürgerlichen Sinne) ‚erfolgreichen‘ ‚Ich‘-Entwicklung, in der das Ich eine stabile mittelnde Instanz zwischen Es (den triebhaften Momenten) und Über-Ich (dem ‚väterlichen‘ – patriarchalen – Gesetz) gebildet hat (wobei klar sein dürfte, dass angesichts der immanenten Krisengeschichte eigentlich nie von einem ‚stabilen Ich‘ ausgegangen werden kann), blockiert sind. Der narzisstische Rückzug bzw. Selbstbezug ist Ausdruck dieser Realität.

Krisengeschlechtlichkeit

Es wäre nun aber fatal, aufgrund der beschriebenen Auflockerung der Geschlechtergrenzen den narzisstischen Sozialcharakter als geschlechtsneutral oder als unabhängig von der zweigeschlechtlichen Matrix zu denken. Auch wenn die Grenzen zwischen den ‚männlichen‘ und ‚weiblichen‘ Verläufen verschwimmen, bedeutet dies nicht, dass die differenten Geschlechterformen und deren Hierarchisierung einfach verschwunden wären. Der narzisstische Sozialcharakter ist ja gerade dadurch gekennzeichnet, dass er vollkommen unvermittelt von einem ins andere Extrem übergehen kann, da seine Objektbindungen – euphemistisch ausgedrückt – recht locker sitzen. Auch wenn das primär-narzisstische Stadium den Geschlechtsunterschied nicht kennt, so kennt es aber sehr wohl den ‚Phallus‘. Mädchen wie Jungen gehen im primärnarzisstischen Stadium davon aus, einen ‚Phallus‘ zu besitzen. Das bedeutet, dass der Phallozentrismus auch dann nicht überwunden ist, wenn es zu einer gewissen Angleichung der binären Codes gekommen ist. Und unter der Vorherrschaft des ‚Phallus‘ können im Kontext der Wert-Abspaltungsgesellschaft auch die binären Codes nicht einfach verschwinden. Vielmehr zeigt sich die ‚Verwilderung des Patriarchats‘ (Roswitha Scholz) auch hier: Die Codes ‚männlich‘ – ‚weiblich‘ verschwinden nicht einfach, sondern verwildern – und dies geschieht nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Codes real an ‚Bedeutung‘ verloren haben, da sie sich nicht mehr mit der Realität decken. So ist es dann auch kaum verwunderlich, dass der postmoderne Softie-Mann heute noch auf einer ‚queer-Party‘ das Spiel mit den Geschlechtern feiern und morgen ein ‚Manifest für den Mann‘ schreiben kann, in dem er die Krise der Männlichkeit beweint und einen platten Antifeminismus vertritt. Die vermeintliche Angleichung der differenten Geschlechtercodes geschieht durch die differenten Geschlechterformen hindurch, sodass die scheinbare Angleichung jederzeit auch wieder in eine essentialistische Geschlechtlichkeit umschlagen kann. Dieses beinharte Umschlagen vom bunten Geschlechtertreiben in die essentialistische Geschlechtlichkeit ist Ausdruck der narzisstisch geprägten Krisengeschlechtlichkeit. Mit dem Subjekt ist auch seine Geschlechtlichkeit am Ende.

Der Einfall von gender und queer hat nicht nur einer Ausbreitung des narzisstischen Sozialcharakters Vorschub geleistet hat, sondern den Feminismus – obwohl er plötzlich prominent wurde – in eine Situation gebracht, in der er einmal mehr ums Überleben kämpfen muss. Vermittelt über die Gender-Theorie wurde die postmoderne Verdrängung aller Inhalte und eines Wahrheitsanspruchs in den Feminismus getragen und trieb hier ihr Unwesen. Jetzt ist es gerade die Gender-Theorie, die nicht erklären kann, warum trotz der Angleichung der binären Geschlechtercodes das hierarchische Geschlechterverhältnis nicht verschwunden ist bzw. sogar zu neuem Leben erweckt zu sein scheint. Im Nachhinein zeigt sich, dass gender und queer ein Vehikel bzw. Ausdruck für die sich ausbreitende Krisengeschlechtlichkeit unter narzisstischen Vorzeichen waren und nun das Resultat ihres Treibens nicht verstehen können, da ihr begriffliches Instrumentarium nicht über die kulturell-symbolische Ebene hinausreicht. So muss Gender- und Queer-Theorien auch die ‚Verwilderung des Patriarchats‘ (Roswitha Scholz) entgehen bzw. können sie die einzelnen Phänomene, die das nach wie vor bestehende hierarchische Geschlechterverhältnis deutlich machen, nicht erklären.

Dabei wäre es angesichts des sich zuspitzenden Geschlechterverhältnisses für feministisches Denken gerade wichtig, sich der ‚Verwilderung des Patriarchats‘ zu stellen und wahrzunehmen, wie diese sich ausagiert. So zeigt ein Blick auf das weltweite Krisengeschehen, dass sich trotz des (noch) kunterbunten Geschlechtertreibens (hierzulande) längst eine Krisenmännlichkeit breit gemacht hat, die vor allem in einer Brutalisierung des Geschlechterverhältnisses ihren Ausdruck findet. Sucht und Gewalt sind alltägliche Phänomene männlicher Krisensubjektivität – ein Konglomerat, das in Deutschland auch in der Kölner Silvesternacht 2015/16 eine Rolle gespielt haben dürfte. Es zeigt sich, dass Sublimierungsmöglichkeiten und damit Hemmschwellen für das unmittelbare Ausagieren von Affekten wegbrechen. Dies ist Ausdruck des Narzisstischen, wie ich zu zeigen versucht habe. Besonders deutlich wird der Zusammenhang zwischen Krisenmännlichkeit und Narzissmus am Amok: Der letzte Akt der männlich-narzisstischen Selbstsetzung ist der erweiterte Suizid, in dem schlussendlich die Weltvernichtung imaginiert wird.

Auf weiblicher Seite zeigt sich die Krisengeschlechtlichkeit in Form der ‚doppelten Vergesellschaftung‘, auf die Roswitha Scholz in Interpretation von Regina Becker-Schmidt immer wieder hingewiesen hat (vgl. Scholz 2011, 67ff). Frauen werden im Zuge der postmodernen Krisenprozesse einmal mehr in die Rolle der Krisenverwalterinnen gedrängt und gleichermaßen für Familie und Einkommen verantwortlich gemacht, dies allerdings unter den Vorzeichen eines zusammenbrechenden Kapitalismus, in dem es letztendlich ums nackte Überleben geht. (‚Trümmerfrauen‘ waren auch Krisenverwalterinnen, aber sie konnten noch etwas aufbauen.) Zudem sind Frauen nach wie vor männlichen Projektionen ausgesetzt, die unter narzisstischen Vorzeichen so unmittelbar werden, dass sie sich jederzeit im (auch gewaltsamen) Affekt entladen können. Somit tritt zu der Verantwortung, die Frauen für Familie und Einkommen haben, die Bedrohung, Opfer männlicher Gewalt, Anfeindungen u.ä. zu werden. Diese Dauerüberforderung, die an die Rolle der Frau gerichtet ist, darf/kann aber nicht benannt werden – würde das doch nicht zu dem Bild einer emanzipierten Frau passen, die eigentlich ganz easy Beruf und Kinder managt. In diesem Kontext dürften auch Studienergebnisse, dass Frauen in Deutschland doppelt so oft unter Depressionen leiden als Männer, erklärbar werden. Die Depression ist Ausdruck des narzisstischen Umgangs mit den benannten auch widersprüchlichen Dauerüberforderungen. Die Depression stellt eine ‚weibliche‘ Variante des Narzissmus dar, auch wenn ebenfalls Männer immer mehr von Depressionen betroffen sind. Gerade was einen ‚weiblichen Narzissmus‘ angeht, müsste noch Einiges geklärt werden. So wäre zum Beispiel auch nach den weiblichen Wegen des narzisstischen Ausagierens von Aggressionen zu fragen. Es scheint eine gewisse ‚weibliche‘ Tendenz zu geben, Aggressionen durchaus unmittelbar loswerden zu können, aber auf eine Weise, in der die Aggressionen nicht offen ausagiert werden. Es handelt sich eher um etwas wie eine ‚narzisstisch-passive Aggressivität‘, die sich von vornherein, weil eben nicht offen, jeder Reaktion und Auseinandersetzung entzieht und sich damit als konfliktunfähig zeigt.

Auch wenn in Bezug auf die neusten Verwirrungen des Geschlechterverhältnisses auf sozialpsychologischer Ebene viel Klärungsbedarf besteht, dürfte mehr als klar sein: Die Ausbreitung des narzisstischen Sozialcharakters ist Ausdruck einer Krisengeschlechtlichkeit, die sowohl auf weiblicher als auch auf männlicher Seite sichtbar wird, wenn auch in differenter Weise. All das zeigt an, dass Menschen nicht einfach aus der sozialpsychischen Matrix des Subjekts aussteigen können, obwohl sich diese Matrix von innen heraus zersetzt – auch ihr wird die Substanz entzogen. Das Ergebnis dieser Widersprüchlichkeit ist der Narzissmus als letzter Halt des Krisensubjekts: nur über ihn kann sich das zerfallende Subjekt noch als handlungs-, denk- und fühlfähig gerieren.

Literatur

Bröckling, Ulrich (2013/zuerst: 2007): Das unternehmerische Selbst. Soziologie einer Subjektivierungsform, Frankfurt am Main.

Ehrenberg, Alain (2008): Das erschöpfte Selbst. Depression und Gesellschaft in der Gegenwart, Frankfurt am Main.

Freud, Sigmund (1940): „Das Unbehagen in der Kultur“. In: Ders: Gesammelte Werke, Band XIV, 419–513.

Freud, Sigmund (1966, zuerst 1956): Totem und Tabu, Frankfurt am Main.

Freud, Sigmund (1967, zuerst 1944): „Die Weiblichkeit“. In: Ders: Gesammelte Werke, Band XV, 119–145.

Freud, Sigmund (1981, zuerst 1946): Gesammelte Werke. Werke aus den Jahren 1913–1917, Band X, Frankfurt am Main.

Freud, Siegmund (1999, zuerst 1940): „Der Untergang des Ödipuskomplexes“. In: Ders: Gesammelte Werke, Band XIII, 395–402.

Freud, Siegmund (2009, zuerst 1941): Das Unbehagen in der Kultur. Und andere Kulturtheoretischen Schriften, Frankfurt am Main.

Gast, Lilli (1992): Libido und Narzissmus. Vom Verlust des Sexuellen im psychoanalytischen Diskurs, Tübingen.

Kurz, Robert (1999): Die Welt als Wille und Design. Postmoderne, Lifestyle-Linke und die Ästhetisierung der Krise, Berlin.

Kurz, Robert (2004): Blutige Vernunft. Essays zur emanzipatorischen Kritik der kapitalistischen Moderne und ihrer westlichen Werte, Bad Honnef.

Kurz, Robert (2004a): „Die Substanz des Kapitals. Abstrakte Arbeit als gesellschaftliche Realmetaphysik und die absolute innere Schranke der Verwertung“. In: EXIT! Krise und Kritik der Warengesellschaft, Nr. 1, Bad Honnef, 44–129.

Kurz, Robert (2005, zuerst 1999): Schwarzbuch Kapitalismus. Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft, Frankfurt am Main.

Kurz, Robert (2007, zuerst 2006): Marx Lesen! Die wichtigsten Texte von Karl Marx für das 21. Jahrhundert. Herausgegeben und kommentiert von Robert Kurz, Frankfurt am Main.

Rhode-Dachser, Christa (2011): Expedition in den dunklen Kontinent. Weiblichkeit im Diskurs der Psychoanalyse, Gießen.

Scholz, Roswitha (2009): „Gesellschaftliche Form und konkrete Totalität. Zur Dringlichkeit eines dialektischen Realismus heute“. In: EXIT! Krise und Kritik der Warengesellschaft, Nr. 6, Bad Honnef, 55–100.

Scholz, Roswitha (2011): Das Geschlecht des Kapitalismus. Feministische Theorien und die postmoderne Metamorphose des Kapitals, verbesserte und erweiterte Neuausgabe, Bad Honnef.




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